Piscina Natural del Pichón

Badespaß im Lava-Pool

© Wolfgang Lodde

Gastbeitrag von Wolfgang L.: Die Gesteinsschmelze ist eine Baumeisterin mit Superkräften, die manch Spektakuläres schuf – wie etwa die „Piscinas Naturales“. Diese natürlichen Schwimmbecken gibt es an vielen Orten der Insel. Das verschlafene Örtchen „Punta de Mujeres“ im Inselnorden beherbergt gleich fünf dieser faszinierenden Naturpools.Versteinerte Lava schuf dort einen natürlichen Schutz gegen die vor allem im Winter unberechenbaren atlantischen Wellen. Ebbe und Flut sorgen ganz natürlich für einen regelmäßigen Wasseraustausch. An manchen Stellen hat Menschenhand nachgeholfen und sogar für Komfort gesorgt. Leitern erleichtern den Einstieg, Sonnenbadende genießen Plattformen oder Bänke. Wegen des mäßigen Wellengangs sind sie auch für Kinder eine willkommene Alternative zum wilden Bad im offenen Meer. Auch unter den Meeresbewohnern hat sich das rumgesprochen, Fische nutzen die Piscinas gerne, wenn der Atlantik zu sehr tobt. Weitere dieser ungewöhnlichen Piscinas findet man auch im Inselnorden bei Farmara oder an der Playa Blanca ganz im Süden.

Unser Gastautor: Seit 1998 ist der gebürtige Westfale in Berlin zu Hause. Er liebt den sonnigen Süden und das Meer und (fast) immer gewinnt dabei Sizilien.

Ausstattung:

Wasser: Meerwasser, Atlantik

Becken: In Punta Mujeres gibt es mehrere miteinander verbundene Naturpools. Das Hauptbecken hat in etwa einen Durchmesser von 25 – 30 m. Der Grund ist steinig, daher Badeschuhe nicht vergessen.

Barrierefreies Bad: Die Naturpools sind leicht zu Fuß erreichbar, jedoch nicht vollständig barrierefrei.

Architektur/Historie: Die Becken sind natürliche Lavaformationen, die über viele Jahrzehnte von den Bewohnern des Ortes baulich angepasst wurden – wie etwa kleine Mauern und befestigte Zugänge.

Sport- und Spielangebote: Nein. Der Badeort ist auf entspanntes Baden, Schwimmen und Schnorcheln ausgelegt.

Umkleide- und Sanitärräume: Nein. Es gibt keine offiziellen Umkleidekabinen und auch keinen öffentliche Sanitäranlagen.

Grünanlage: Rund um die Naturbecken gibt es Lava-und Betonflächen, auf denen man seine Badehandtücher ausbreiten kann.

Gastronomie: Am Hauptpool gibt es die Bar „Pichón“.

Betreiber/Unterstützer: Um die Naturpools von Punta Mujeres kümmert sich hauptsächlich die Gemeinde Haría.

ÖV: Die Buslinien 9 und 24 fahren nach Punta Mujeres fahren

Parken: Man kann nicht direkt am Strand parken, aber im Dorf gibt es Parkmöglichkeiten.

Adresse: Piscina natural del pichón, C. Virgen del Pino, 41, 35542 Punta Mujeres, Lanzarote, Spanien

Internet: https://www.holaislascanarias.com/piscinas-naturales/lanzarote/piscinas-de-punta-mujeres/

Tipp: Und hier noch zwei Tipps: Der 1992 verunglückte Architekt Cesar Manrique erkannte schon früh die Bedeutung der Lava-Bauwerke und setzte sich für ihren Schutz ein. Ein Besuch der von ihm entdeckten Höhlen lohnt sich.

Einen Besuch wert ist auch das Weinanbaugebiet La Geria, wo Winzer auf ungewöhnliche Weise Lavahöhlen für den Weinanbau nutzen. Weltweit einmalig ist auch das besondere Bewässerungssystem, die Picon-Lapilli-Methode.

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